City News

 

Jeden Mittwoch informieren unsere City News über relevante Entwicklungen aus unserem Städtenetzwerk in Mittel- und Südosteuropa. Das City News Archiv lädt zur weiterführenden Lektüre ein.

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Prag / Tschechien

Mobiler Prüfstand gegen manipulierte E-Bikes und E-Scooter

Prag hat als erste Stadt in Tschechien einen mobilen Leistungsprüfstand, ein sogenanntes Dynamometer, angeschafft, mit dem illegal veränderte E-Bikes, E-Scooter und andere leichte Elektrofahrzeuge direkt bei Verkehrskontrollen überprüft werden können. Das Gerät misst unter anderem die Motorleistung, die erreichbare Höchstgeschwindigkeit und die Art der elektrischen Unterstützung beim Treten. Auf diese Weise kann die Stadtpolizei feststellen, ob ein Fahrzeug die vorgeschriebenen technischen Parameter erfüllt oder nachträglich auf eine höhere Leistung oder Geschwindigkeit umgebaut wurde. Das mobile Gerät kann flexibel an verschiedenen Orten in der Hauptstadt eingesetzt werden und soll vor allem in stark frequentierten Bereichen mit hohem Fußgänger*innenaufkommen zum Einsatz kommen. Das System ermöglicht die gleichzeitige Prüfung von Vorder- und Hinterrad und simuliert mithilfe einer Magnetbremse die Belastung bei einer normalen Straßenfahrt. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Farbdisplay, ein Kompressor und ein Drucksensor, mit dem der Reifendruck automatisch kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden kann. Die Technik soll künftig Bestandteil der regulären Präventions- und Kontrollmaßnahmen der Prager Verkehrspolizei werden. Nach Einschätzung der Stadt können insbesondere technisch manipulierte Elektrofahrzeuge in dicht besiedelten Bereichen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen. Prag verweist dabei auch auf Erfahrungen aus dem Ausland, wo Polizeibehörden bereits zahlreiche illegal betriebene E-Bikes und E-Scooter beschlagnahmt haben und teilweise Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von mehr als 80 Kilometern pro Stunde festgestellt wurden.​

Sofia / Bulgarien

Stichwahl entscheidet über nächstes bulgarisches Staatsoberhaupt

Bulgarien steht nach dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl vor einer Richtungsentscheidung. Am Sonntag, den 25. Oktober 2026, konnte keiner der Kandidat*innen die absolute Mehrheit erringen, weshalb sich die amtierende Interims-Präsidentin Ilijana Jotova (parteilos) und Andrej Gjurov (parteilos) am kommenden Wochenende in einer Stichwahl gegenüberstehen. Die bulgarische Zentralwahlkommission (ZIK) gab nun die endgültigen Ergebnisse der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vom 25. Oktober bekannt. Das Kandidatenduo Ilijana Jotova und Kiril Valtschev liegt mit 34,8 Prozent der Stimmen vor Andrej Gjurov und Georgi Kandev, die 32,0 Prozent erreichten. Der Vorsprung beträgt rund 2,8 Prozentpunkte. Im Ausland fiel das Ergebnis deutlich anders aus: Dort erreichten Gjurov und Kandev knapp 45,8 Prozent der Stimmen und lagen damit klar vor Jotova und Valtschev, die auf 22,8 Prozent kamen. Insgesamt traten im ersten Wahlgang 27 Kandidat*innenpaare an. Das mit Abstand am heftigsten diskutierte Thema des Wahlabends war jedoch nicht das Abschneiden der Kandidat*innen, sondern die historisch niedrige Wahlbeteiligung, die bei lediglich 23,2 Prozent lag. Damit beteiligte sich weniger als ein Viertel der rund 6,6 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung. Die geringe Beteiligung gilt als eines der wichtigsten Merkmale des ersten Wahlgangs und dürfte für den Ausgang der Stichwahl entscheidend sein.

Zagreb / Kroatien

Grundsteinlegung für Kinderklinik nach jahrzehntelanger Planung in Zagreb

Nach jahrzehntelangen Planungen wurde am 27. Oktober 2026 in Zagreb der symbolische Grundstein für die neue Nationale Kinderklinik gelegt. Diese soll sich künftig im Gebäude des nie fertiggestellten Zagreber Universitätsklinikums befinden. Die erste Bauphase umfasst Investitionen von 237,5 Millionen Euro, von denen rund 218 Millionen Euro aus EU-Mitteln kommen sollen. Das mehr als 50.000 Quadratmeter große Krankenhaus soll bis Ende 2029 fertiggestellt werden und über mehr als 200 stationäre Betten sowie 100 Tagesklinikplätze verfügen. Zunächst soll die bestehende Zagreber Kinderklinik aus dem Stadtzentrum dorthin übersiedeln, später weitere pädiatrische Einrichtungen sowie die Geburtsklinik aus der Klinik der Barmherzigen Schwestern. Ziel sei, spezialisierte medizinische Leistungen unter einem Dach zusammenzuführen und Eltern die Möglichkeit zu bieten, während des Krankenhausaufenthalts bei ihren Kindern zu bleiben. Bis zu 80 Prozent des Energiebedarfs sollen durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden. Bei der Grundsteinlegung betonten Premierminister Andrej Plenković (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) und Gesundheitsministerin Irena Hrstić (HDZ) die Wichtigkeit des Projekts für das kroatische Gesundheitswesen. Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können's!) erinnerte hingegen an die noch notwendige Verkehrsanbindung, insbesondere durch die geplante Jarun-Brücke und neue Straßenbahnverbindungen. Damit hängt die künftige Erreichbarkeit der Klinik von mehreren seit Jahren diskutierten Zagreber Infrastrukturprojekten ab.

Prag / Tschechien

Rodelbahn im Prager Stadtteil Prosek wiedereröffnet

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit ist die Rodelbahn im Prager Stadtteil Prosek wieder für Besucher*innen geöffnet. Die bestehende Anlage wurde um einen neuen Alpine Coaster 2.0 ergänzt und zugleich um ein modernes Besucher*innenzentrum mit Gastronomie, Terrassen und Kinderspielplatz erweitert. Insgesamt wurden rund 4,1 Millionen Euro investiert, wobei das Projekt ohne staatliche Zuschüsse finanziert wurde. Neben der klassischen, 700 Meter langen Rodelbahn steht nun eine 650 Meter lange Schienenbahn zur Verfügung, auf der Geschwindigkeiten von bis zu 45 Kilometern pro Stunde erreicht werden können. Durch die zweite Strecke steigt die Kapazität des Areals auf bis zu 400 Personen pro Stunde. Der neue Alpine Coaster wird computergesteuert und verfügt über rund 2.000 Magneten entlang der Strecke, die die genaue Position der Fahrzeuge erfassen und bei Bedarf automatisch bremsen. Für die Konstruktion wurden rund 1,5 Kilometer Schienen verbaut, die Tragstruktur wiegt etwa 60 Tonnen. Vor der Eröffnung absolvierte die Anlage 80 Stunden Testbetrieb. Ein wesentlicher Teil der Modernisierung ist zudem ein vom Studio NOSCALE architects gestalteter Komplex aus fünf Stahlellipsoiden und kreisförmigen Aussichtsterrassen.​ Gastronomiebereiche und der neue Kinderspielplatz sollen im Frühjahr vollständig eröffnet werden. Mit der Modernisierung erhält die seit 2003 bestehende Anlage zwischen den Stadtteilen Prosek und Vysočany eine deutlich höhere Kapazität und ein erweitertes Angebot für Familien und weitere Besucher*innen.​

Prag / Tschechien

Ab 2029 wird Prag UNESCO-Welthauptstadt der Architektur

Prag wird von 2029 bis 2032 den Titel UNESCO–UIA World Capital of Architecture tragen und sich damit zu einem internationalen Zentrum für Architektur und Stadtentwicklung entwickeln. Höhepunkt ist 2032 der Weltkongress der International Union of Architects (UIA) mit der Generalversammlung in der tschechischen Hauptstadt. Der Titel dient als Rahmen für ein mehrjähriges Fach-, Kultur- und Bildungsprogramm zu Architektur, Städtebau, öffentlichem Raum, Kulturerbe und Lebensqualität. Architektur soll dabei als gesellschaftliches Thema vermittelt werden, das eng mit Wohnen, Mobilität, Bildung und der Gestaltung des urbanen Alltags verknüpft ist. Zugleich werden tschechische Architektur und Stadtplanung international präsentiert und der fachliche Austausch mit Partner*innen aus dem Ausland gestärkt. Zum Weltkongress 2032 werden Architekt*innen, Stadt- und Landschaftsplaner*innen, Wissenschaftler*innen, Studierende sowie Vertreter*innen von Städten, Verwaltung und Kulturinstitutionen erwartet. Im Fokus stehen Lösungen für gesellschaftliche, klimatische und technologische Herausforderungen. Gleichzeitig kann Prag zeigen, wie die Stadt ihr historisches Erbe mit zeitgenössischer Architektur verbindet. Die Vorbereitung koordiniert die tschechische Architektenvereinigung (OA) gemeinsam mit Fachverbänden, Hochschulen und Kulturinstitutionen. Die Stadt und die Organisator*innen erwarten langfristige Impulse für die Entwicklung Prags sowie eine stärkere öffentliche Debatte über die Qualität des gebauten Lebensraums.​