Jeden Mittwoch informieren unsere City News über relevante Entwicklungen aus unserem Städtenetzwerk in Mittel- und Südosteuropa. Das City News Archiv lädt zur weiterführenden Lektüre ein.
Seit dem 26. Jänner 2026, 12 Uhr, blockieren Lkw-Fahrer*innen aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro zahlreiche Gütergrenzübergänge zu den Schengen-Staaten. Hintergrund ist das Entry/Exit-System (EES), das ihren Aufenthalt in Schengen-Ländern auf 90 Tage innerhalb von sechs Monaten begrenzt. Die Transportunternehmen kündigen an, die Blockaden erst zu beenden, wenn eine Lösung gefunden sei. In Serbien sind derzeit 15 Grenzübergänge betroffen, darunter Batrovci, Šid, Bačka Palanka, Kelebija, Horgoš, Gradina und Preševo. Nach Angaben der Branche gefährdet die neue Aufenthaltsregel den Warenverkehr massiv: Viele Fahrer*innen würden ihre 90‑Tage‑Quote rasch ausschöpfen, wobei kein ausreichender Ersatz zur Verfügung stehe. Damit werde Export und Import aus den drei Ländern praktisch unmöglich. Bis Oktober 2025 wurden Aufenthaltszeiten per Passstempel kontrolliert. Seit 12. Oktober 2025 erfolgt die Registrierung digital. Fahrer*innen berichten, der aktuelle EES‑Testbetrieb laufe noch bis 10. April, danach würden bei Verstößen bereits Lkw beschlagnahmt und Fahrer*innen abgeschoben werden – entsprechende Fälle seien bereits bekannt. Die Fahrer*innenverbände fordern, Berufskraftfahrer*innen vorübergehend von der 90/180-Regel auszunehmen. Sie sollen als grenzüberschreitende Arbeitnehmer*innen behandelt werden, die mit gültigen Ausweisdokumenten und vollständigen Frachtpapieren ihrer Tätigkeit weiterhin ungehindert nachgehen dürfen.
Für Hinweise, die zur Aufklärung des mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlags auf die Berliner Stromversorgung Anfang Januar 2026 und zur Ergreifung der Täter*innen führen, hat der Bund eine Belohnung von bis zu einer Million Euro ausgesetzt. Diese Auslobung wurde am 26. Jänner 2026 von Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses bestätigt, und das Bundeskriminalamt (BKA) sowie der Generalbundesanwalt rufen die Bevölkerung dazu auf, bis zum 24. Februar 2026 entsprechende Hinweise zu geben. Der Anschlag führte zu einem großflächigen Stromausfall für rund 45.000 Haushalte. In einem Bekenner*innenschreiben wurde er von einer Gruppierung namens "Vulkangruppe" für sich reklamiert. Ermittlungen laufen wegen Verdachts auf eine terroristische Tat, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe. Eine Million Euro für den entscheidenden Hinweis ist eine Rekordsumme in der Bundesrepublik Deutschland, die frühere hohe Belohnungen übertrifft, wie etwa 100.000 Euro nach dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz 2016 oder 500.000 Euro nach dem Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe in Dresden 2019.
Bratislava treibt die Aufwertung ihres öffentlichen Raums deutlich voran. Am Hviezdoslav‑Platz in der Innenstadt startet eine umfassende Revitalisierung, für die die Altstadt ein Vergabeverfahren eröffnet hat. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der ökologischen Stabilität, der Restaurierung historischer Elemente und der Erhöhung der Lebensqualität in der zentralen Stadtzone. Die geschätzte Höhe der Investition beläuft sich auf über 600.000 Euro exklusive Mehrwertsteuer und wird aus EU-Fördermitteln finanziert. Der Auftragsgegenstand ist zugleich in mehrere Teile gegliedert: Landschaftsarchitektur, Mobiliar, Bewässerungssystem und Wurzelräume. Parallel dazu treiben weitere Projekte in mehreren Stadtteilen die Modernisierung voran: Neue Gehwege, aufgewertete Straßenräume und verbesserte Grünflächen sind bereits entstanden.
Eine Gruppe von Einwohner*innen Krakaus hat offiziell ihre Absicht bekundet, ein Referendum über die Abberufung des Bürgermeisters Aleksander Miszalski (KO – Bürgerkoalition) durchführen zu wollen. Damit das Referendum stattfinden kann, müssen 58.355 gültige Unterschriften gesammelt werden, was zehn Prozent der Wahlberechtigten entspricht. Das Referendum ist gültig, wenn mindestens drei Fünftel der Personen, die an den Bürgermeister*innenwahlen teilgenommen haben, die Petition unterzeichnen. Die Gegner*innen des Bürgermeisters, darunter auch Politiker*innen, werfen ihm unter anderem die Verschuldung der Stadt, den Anstieg der Arbeitslosigkeit, Probleme mit dem öffentlichen Verkehr und die Einführung der nachhaltigen Verkehrszone vor.
Der Gemeinderat von Ljubljana berät über eine neue Verordnung zur prioritären Nutzung von Energiequellen für Heizung, Warmwasser und Lüftung. Die Regelung betrifft vor allem Neubauten sowie Sanierungen mit Änderungen am Heizsystem. Ziel ist eine bessere Luftqualität und der Rückgang individueller Feuerstätten. Vorgesehen ist eine klare Prioritätenliste. An erster Stelle stehen Abwärme, Solarenergie und effiziente Fernwärme, gefolgt von Biogas, Geothermie und Wärmepumpen. Biomasse ist nur in modernen Anlagen erlaubt und rangiert vor Erdgas, das nur in Ausnahmefällen zulässig ist. Neu ist auch das Verbot direkter elektrischer Heizungen wie Radiatoren oder Infrarotpaneele. Für Warmwasser sollen vorrangig Solarkollektoren genutzt werden.
Im Kanton Sarajevo wurden bisher 20 automatische externe Defibrillatoren installiert. Sie befinden sich an Orten mit hoher Besucher*innenfrequenz. Die Geräte können bei plötzlichem Herzstillstand Leben retten. Ihre schnelle Verfügbarkeit erhöht die Überlebenschancen deutlich. Laut Expert*innen sind alle Defibrillatoren funktionsfähig und werden regelmäßig überprüft. Bislang kam es zu keinem Einsatz. In der nächsten Phase ist eine Ausweitung auf öffentliche Plätze, stark frequentierte Straßen und Straßenbahnhaltestellen geplant. Zudem wurden bereits Personen aus allen Gemeinden für die Nutzung geschult.
Die Gemeinde Sofia hat mit Sofia Up eine neue Initiative zur Förderung von Unternehmer*innentum in Sofia ins Leben gerufen. Veranstalterin ist die Gemeindedirektion für Sport und Jugend. Die Auftaktveranstaltung am 26. Jänner 2026 brachte junge Unternehmer*innen, Start-up-Teams, Studierende und Schüler*innen mit Ideen zusammen, die diese zu realen Projekten oder Unternehmen weiterentwickeln möchten. Bei der Eröffnung betonte die Vizebürgermeisterin für Kultur, Bildung, Sport und Jugend, Blagorodna Zdravkova (parteilos), dass die Arbeit mit jungen Menschen zu den Hauptprioritäten von Bürgermeister Vasil Terziev (parteilos) gehören würden. Sie hob hervor, dass das Programm das Ergebnis gezielter Bemühungen der Gemeinde sei, die Erwartungen junger Menschen zu erfüllen und äußerte die Hoffnung, dass die Initiative erfolgreiche Unternehmer*innen hervorbringen werde. Sofia Up wurde als offene Plattform für den Austausch von Wissen und Best Practice Beispielen aus der Gründerszene ins Leben gerufen. Die Initiative entstand nach einer Umfrage unter jungen Menschen, die ihre Erwartungen und Unterstützungsbedarf ermittelte. Die Sofia Up-Veranstaltungen sollen nun einmal monatlich bei freiem Eintritt mit dem Ziel stattfinden, durch Treffen mit erfahrenen Expert*innen, interaktive Diskussionen und praxisnahen Inhalten eine aktive und nachhaltige Gründergemeinschaft in Sofia aufzubauen.
Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit und das Gesundheitsministerium haben einen KI-basierten digitalen Gesundheitsassistenten entwickelt, dessen Ziel es ist, die Gesundheitskompetenz der Bürger*innen zu verbessern und ihnen einen leichteren Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen zu ermöglichen. Der KI-Assistent heißt ZdrAVKO. Dabei handelt es sich um ein Wortspiel aus Arzt und Gesundheit, wobei ZdrAVKO zugleich auch ein kroatischer Vorname ist. Die sinngemäß nächstliegende deutsche Übersetzung wäre "der Gesunde". ZdrAVKO wird den Bürger*innen rund um die Uhr über WhatsApp zur Verfügung stehen. Er bietet zuverlässige Informationen aus dem Bereich der Prävention – einschließlich Angaben zu Vorsorgeuntersuchungen, nationalen Programmen zur Früherkennung von Krankheiten sowie zu weiteren Themen, die für den Erhalt und die Förderung der Gesundheit von Bedeutung sind. Ziel ist es, die Bevölkerung zu informieren und ihr korrekte Informationen bereitzustellen, um langfristig Veränderungen der Lebensgewohnheiten und Einstellungen zu bewirken. Mithilfe künstlicher Intelligenz versteht ZdrAVKO die Fragen der Nutzer*innen und liefert auf Basis einer Datenbank sowie der ihm zur Verfügung stehenden Informationen konkrete Antworten. Er stellt jedoch keine Diagnosen, empfiehlt keine Therapien oder Ähnliches. Er basiert nicht auf ChatGPT. Falls er eine Frage nicht beantworten kann, verweist er die Nutzer*innen an eine entsprechende E-Mail-Adresse. Die bereitgestellten Informationen sind wissenschaftlich fundiert und fachlich abgesichert, es gibt keine automatischen Antworten, versichern die Entwickler*innen. Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit wird diesen digitalen Assistenten betreuen, das Interesse der Nutzer*innen verfolgen und die Datenbank entsprechend den Bedürfnissen kontinuierlich ergänzen.
Die Gedenkfeier zur Befreiung des deutschen Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Jänner fand in Anwesenheit von 21 ehemaligen Häftlingen und dem polnischen Staatspräsidenten Karol Nawrocki (parteilos) im Gebäude der sogenannten Zentralsauna auf dem Gelände des ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau statt. Der Holocaust-Überlebende Bernard Offen hielt die Festrede. Er appellierte daran, dass die Erinnerung keine Last sei, sondern zu einem Licht werde, welches aus der Dunkelheit führe. Während der Feierlichkeiten wurden an symbolischen Orten im ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau Kerzen angezündet. Im Namen der Überlebenden zündete Nawrocki eine davon am Denkmal für die Opfer des Lagers an. Die Zeremonie wurde mit einem gemeinsamen Gebet von Jüd*innen und Chris*innten abgeschlossen. Das Vernichtungslager war vor 81 Jahren von der Rote Armee befreit worden und wurde zum Symbol für die Verbrechen der Nazis an den Jüd*innen, die neben Pol*innen, Roma und Menschen anderer Nationalitäten dort systematisch ermordet worden waren.
Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder haben in Berlin erneut rund 1.100 Beschäftigte kommunaler Kitas gestreikt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) zogen Erzieher*innen vor die Bildungsverwaltung und das Rote Rathaus, um bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu fordern. Die Bildungsverwaltung von Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU – Christlich Demokratische Union Deutschlands) kritisierte die Warnstreiks wegen erheblicher Belastungen für Kinder und Eltern. Tarifverhandlungen seien legitim, dürften aber nicht dauerhaft zulasten der Familien geführt werden, hieß es. Verdi wies die Kritik zurück und warf dem Senat vor, trotz sinkender Kinderzahlen beim Kita-Personal zu sparen. In den Tarifverhandlungen fordern Verdi und weitere Gewerkschaften sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro. Weitere Warnstreiks, auch an Hochschulen, sind gemeinsam mit der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) angekündigt.
Nach Eisregen herrschte in Berlin eine historische Verkehrslage – der Straßenbahnverkehr war zwei Tage lang vollständig eingestellt, weil die Oberleitungen stark vereist waren. Das Berliner Straßenbahnnetz mit rund 200 Kilometern Strecke und etwa 450 Kilometern Oberleitungen zählt zu den größten weltweit und muss mangels spezieller Maschinen mühsam per Hand enteist werden. Im Einsatz sind lediglich drei sogenannte Turmwagen, darunter ein ausgeliehener aus Potsdam, jedoch ohne zusätzliches Personal. Teams aus jeweils drei Arbeiter*innen entfernen das Eis mit speziellen Geräten direkt am Fahrdraht, wobei sie etwa alle zehn Meter neu ansetzen müssen und nur drei bis fünf Kilometer pro Stunde schaffen. Entsprechend langsam normalisiert sich der Betrieb: Seit Dienstagnachmittag fahren wieder viele Straßenbahnen, während die BVG auch in der Nacht auf Mittwoch alle verfügbaren Teams einsetzt. Der Deutsche Wetterdienst warnt zwar weiterhin vor Glätte, neuen Eisregen erwartet er jedoch nicht.
Der Winterhafen (Zimný prístav) am linken Donauufer in Bratislava rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Während der Staat das Gebiet vollständig an Investor*innen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten übergeben möchte, bevorzugt die Stadt eine Transformation auf Grundlage einer vom Städtischen Planungsinstitut Metropolitan Institute of Bratislava (MIB) ausgearbeiteten Konzept, das kürzlich präsentiert wurde. Dieses sieht eine Transformation aus dem wenig genutzten Güterhafen in ein attraktives Stadtviertel unter Berücksichtigung städtebaulicher, technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Faktoren sowie Hochwasserschutz und Denkmalschutz vor. Ziel ist ein integriertes Quartier am Wasser mit hochwertiger Infrastruktur und besserer Anbindung an die Stadt. Das Konzept dient nun als Rahmen für weitere Entscheidungen und Schritte zur Gebietsentwicklung.
Interessierte Akteur*innen in Bratislava können ihre Anträge für das neue Jugendförderprogramm ab sofort und bis zum 27. Februar 2026 über ein digitales E-Grant-System einreichen. Die Stadtverwaltung stellt für das Jahr 2026 Mittel bereit, um das Freizeitangebot und die informelle Bildung gezielt zu stärken. Lokale Vereine und Unternehmer*innen können für ihre Projekte finanzielle Zuschüsse zwischen 500 und 5.000 Euro direkt beim Magistrat beantragen. Das Programm unterstützt ein breites Spektrum an Aktivitäten, das von kreativen Workshops über Talentförderung bis hin zu internationalen Austauschprogrammen und Sommerlagern reicht. Eine wichtige Neuerung im Jahr 2026 ist der Ausschluss klassischer Sportklubs von diesem Budget, da für diese nun gesonderte Fördertöpfe im Rahmen des nationalen Sportgesetzes vorgesehen sind. Neue Evaluierungskriterien sollen dabei eine transparentere und effizientere Verteilung der Gelder nach den aktuellen Statuten gewährleisten. Antragsberechtigt sind juristische und natürliche Personen mit Sitz in Bratislava, die Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche erbringen. Diese Initiative ist Teil einer langfristigen Strategie, die soziale Infrastruktur für die junge Generation systematisch auszubauen und die Arbeit mit den Jugendlichen als festen Bestandteil der Stadtentwicklung zu verbessern.
In Zagreb sind laut Volkszählung 2021 rund 84.600 Wohnungen unbewohnt, das entspricht 22 Prozent des Wohnungsbestands. Neuere Daten des kroatischen Energieversorgers HEP deuten jedoch auf einen starken Rückgang hin: 2024 galten rund 47.400 Wohnungen als leer, gemessen an einem sehr niedrigen Stromverbrauch. Das entspricht einem Minus von etwa 42 Prozent im Vergleich zu 2020. Als Hauptursachen gelten stark gestiegene Immobilien- und Mietpreise, die viele Eigentümer*innen zur Aktivierung bislang leerstehender Wohnungen bewegt haben. Besonders hohe Leerstandsquoten gibt es weiterhin im Stadtzentrum, vor allem in Donji Grad (29 Prozent) und Gornji Grad (26 Prozent), was unter anderem auf die Folgen des Erdbebens von 2020 und der Abwanderung in Randbezirke zurückgeführt wird. In den äußeren Stadtteilen liegen die Leerstandsquoten deutlich niedriger. Trotz des Rückgangs bleibt der hohe Anteil leerer Wohnungen ein wesentlicher Faktor für steigende Preise und die eingeschränkte Leistbarkeit von Wohnraum in Zagreb.
Am 26. Jänner 2026 fand in der kroatischen Hauptstadt die Konferenz Balkan Cities Network Summit statt. Zagreb hat offiziell die einjährige Präsidentschaft des B40-Städtenetzwerks übernommen, das 76 Städte Südosteuropas in Bereichen wie Digitalisierung, Verkehr, Kultur und grüner Transformation verbindet. Der Vorsitz wurde von Sofia übernommen. Bei der Konferenz standen nicht nur Fachthemen, sondern auch der Schutz der lokalen Demokratie im Mittelpunkt. Der Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können's!) kritisierte den fast einjährigen Haftaufenthalt von Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu ohne Prozessbeginn und betonte die Notwendigkeit der Unabhängigkeit lokaler Institutionen. Vertreter*innen aus Istanbul und anderen Städten unterstrichen, dass der Austausch zwischen Kommunalverwaltungen den Frieden, die Stabilität und Fortschritt in der Region fördert. Die Konferenz B40 bietet eine Plattform für die gemeinsame Bewältigung von Herausforderungen im Spannungsfeld nationaler Entscheidungen, nachhaltiger Stadtentwicklung und innovativer Lösungen für die Bürger*innen. Im Rahmen der Konferenz fand auch ein Panel zum Thema Demokratie statt. Vertreter*innen der Eurocities-Mitgliedstädte nahmen an interaktiven Diskussionen teil, tauschten Erfahrungen aus und stellten praktische Beispiele demokratischer Praktiken in Städten vor.
Während der Proteste und Universitätsblockaden im vergangenen Jahr entwickelten Studierende in Serbien Studierendenversammlungen zu einem effektiven Instrument direkter Demokratie. Das belegt die Studie "Anatomie der Plenen", vorgestellt im Unabhängigen Journalist*innenverband der Vojvodina in Novi Sad. Die Autor*innen beschreiben die Plenen als Orte der Entscheidungsfindung, des Konflikts, des Lernens und der kollektiven Verantwortung. Das Versammlungsmodell habe sich als wirksam zur Erschütterung des Status quo und zur Stärkung innerer Solidarität erwiesen. Langfristig hänge seine Zukunft davon ab, ob es sich von einem Kriseninstrument zu einer dauerhaften Organisationsform weiterentwickeln könne, betonen die Forschenden. Viele Befragte glauben laut Studie, dass plenarische Entscheidungsprozesse auch auf die Gesellschaft insgesamt übertragbar seien, etwa in Form von Bürger*innenversammlungen. Zudem berichten sie, in den Versammlungen gelernt zu haben, zuzuhören, eigene Standpunkte zu vertreten und konstruktiv zu diskutieren. Die Untersuchung basiert auf 26 Interviews mit Studierenden der Universitäten in Novi Sad, Belgrad und Niš und dokumentiert, wie Entscheidungen ohne formale Führung getroffen wurden.
Die Umgestaltung des Europaplatzes vor dem Berliner Hauptbahnhof beginnt am 2. Februar 2026. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt) geleitet, nach dem Entwurf von Rehwaldt Landschaftsarchitekt*innen umgesetzt und von der Firma Strabag gebaut. Die Gesamtsumme beläuft sich auf rund 3,1 Millionen Euro. Geplant sind barrierefreie Wege, neue Sitz- und Wartebereiche, 30 hitzeresiliente Bäume, eine Fahrradabstellanlage für etwa 220 Fahrräder und acht Lastenräder, moderne Bushaltestellen Anzeigetechnik sowie eine erweiterte Fußgänger*innenquerung. Die Fertigstellung ist für Mitte 2026 vorgesehen, sodass der Europaplatz anschließend moderner, grüner und verkehrssicherer sein wird.
Am Sonntag, dem 25. Jänner 2026, sind kurz vor Mitternacht über 43,4 Millionen Euro am Konto der "Großen Weihnachtshilfsaktion" eingegangen. Das endgültige Ergebnis der diesjährigen Sammlung, welches immer höher ist als der Betrag am Tag des Finales, wird die Stiftung in einigen Wochen bekannt geben. In ganz Polen und im Ausland fanden Konzerte, Auktionen und Begleitveranstaltungen statt. Freiwillige sammelten auf den Straßen Spenden. Parallel laufen im Internet mehrere Zehntausend Auktionen, deren Erlös ebenfalls auf das Konto der Stiftung fließt. In mehr als drei Jahrzehnten ihrer Tätigkeit hat die "Große Weihnachtshilfsaktion" Mittel gesammelt, die die polnische Medizin nachhaltig verändert haben. So fließt der diesjährige Erlös in die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstrakts bei Kindern. In den letzten 33 Jahren hat die Stiftung insgesamt über 594,7 Millionen Euro gesammelt. Unter Berücksichtigung der Inflationsrate übersteigt dieser Betrag 880,2 Millionen Euro.
Trotz strenger Vorschriften ist die Luftqualität in Krakau im Jänner 2026 schlechter als in indischen Städten. In einer internationalen Rangliste zur Luftqualität belegte Krakau den unrühmlichen ersten Platz unter den Großstädten mit der schlechtesten Luftqualität weltweit. Die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen lag darin unter anderem vor Kalkutta in Indien, Lahore in Pakistan und Dhaka in Bangladesch. Expert*innen betonen, dass mehrere Faktoren für die aktuelle Smogphase in Krakau verantwortlich sind. Einer der wichtigsten ist die Tatsache, dass in den Gemeinden rund um die Stadt immer noch etwa 11.000 nicht normgerechte Kohleöfen in Betrieb sind. Hinzu kommen ungünstige Wetterbedingungen – vor allem Windstille – die die über der Stadt liegenden Schadstoffe verteilen können. Nach Ansicht von Umweltschützer*innen sind auch die Autos, die auf den Straßen Krakaus unterwegs sind, sowie Streusalz dafür verantwortlich. Der von vorbeifahrenden Autos aufgewirbelte Staub – sei es nun Salz, Staub oder Winterdreck – beeinflusse die Konzentration der Schwebstaubpartikel an den Messstationen, die direkt an der Straße liegen.
Das Städtische Planungsinstitut Metropolitan Institute of Bratislava (MIB) stellte eine umfassende Umweltprognose vor, die Szenarien der Stadtentwicklung bis zum Jahr 2050 prognostiziert. Das Dokument bestätigt, dass Bratislava dank der Kleinen Karpaten, der Donau, der March, der Auenwäldern und bedeutender Grundwasservorräte über außergewöhnlich hochwertige Naturressourcen verfügt. Rund 27 Prozent der Stadtfläche sind natürliche Landschaften, 35 Prozent sind landwirtschaftlich geprägte Gebiete. Schlüsselzonen der Biodiversität machen ein Fünftel des Stadtgebiets aus. Die Studie zeigt zudem erstmals eine systematische Analyse der Ökosystemleistungen, in denen Bratislava viele europäische Städte übertrifft. Im europäischen Kontext verfügen nur wenige Städte über eine derart detaillierte und datenbasierte Prognose der Umweltentwicklung, die natürliche, urbanistische und soziale Aspekte der Stadtentwicklung miteinander verbindet. Die Studie widerlegt damit den Mythos der "Betonwüste". Im Gegenteil: Die Stadt zeigt, dass sie alle Voraussetzungen hat, um sich bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts zu einer klimaresilienten Stadt mit hoher Lebensqualität zu entwickeln.
Die Regierung des Kantons Sarajevo hat einen Gesetzesvorschlag zur Gründung einer kantonalen Kommunalpolizei beschlossen. Ziel ist ein effizienterer Stadtservice und strengere Kontrollen von Verstößen. Die Polizei wird rund um die Uhr im Einsatz sein. Bisherige Kommunalordner*innen sollen zu Polizist*innen mit erweiterten Befugnissen werden. Sie dürfen Identitäten feststellen, Verwarnungen aussprechen und Bußgelder direkt verhängen. Mit Bodycams, Drohnen und Dienstfahrzeugen nehmen sie Verstöße auf und dokumentieren Kontrollen. Dadurch soll eine bessere Koordination und schnellere Reaktion auf illegale Müllablagerungen, Falschparken oder illegale Bautätigkeiten gewährleistet werden. Veraltete Vorschriften werden an EU-Standards angepasst.
Nach dem überraschenden Rücktritt von Staatspräsident Rumen Radev (parteilos) am 19. Jänner 2026 übernimmt erstmals eine Frau das höchste Staatsamt in Bulgarien. Das Verfassungsgericht hat entschieden, dass die Amtsbefugnisse des Präsidenten mit der Feststellung seines Rücktritts vorzeitig enden. Die Entscheidung ist endgültig und trat am 23. Jänner 2026 in Kraft. Mit dem Gerichtsbeschluss greifen die in der Verfassung vorgesehenen Regelungen: Vizepräsidentin Ilijana Jotova (parteilos) übernimmt bis zum Ende der Amtszeit im Jänner 2027 das Amt der Präsidentin. Damit hat Bulgarien erstmals eine Frau als Staatspräsidentin und Oberbefehlshaberin der Streitkräfte. Jotova ist das sechste Staatsoberhaupt in der 33‑jährigen Geschichte der Institution. In den 1990er-Jahren war Jotova eines der prägenden Gesichter des Bulgarischen Nationalen Fernsehens. 1997 wechselte sie vom Journalismus in die Politik und übernahm die Leitung des Pressezentrums der Bulgarischen Sozialistischen Partei. Später wurde sie Abgeordnete in der 40. Volksversammlung. Zehn Jahre lang, von 2007 bis 2017, war Ilijana Jotova Abgeordnete im Europäischen Parlament. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählten der Kampf gegen den Terrorismus, die Flüchtlingskrise sowie der Beitritt Bulgariens zum Schengen-Raum. Sie ist Autorin zahlreicher Berichte und Vorschläge zur europäischen Gesetzgebung zur Bewältigung der Migrationskrise.
Budapests Oberbürgermeister Gergely Karácsony (Párbeszéd – Dialog) kündigte an, dass die Stadt ab dem 1. Jänner ihre kommunale Energie- und Heizkostenunterstützung deutlich ausweitet. Das Programm existiert seit sechs Jahren und ergänzt die Hilfsmaßnahmen der einzelnen Budapester Bezirke. Ziel ist es, Haushalte mit hohen Energiekosten zu entlasten und Energiearmut zu reduzieren. Bereits 2022 wurde die Unterstützung aufgrund steigender Energiepreise und Lebenshaltungskosten erweitert. Zwischen 2020 und Ende 2025 wurden über 46.000 Anträge bearbeitet und mehr als 2,3 Millionen Euro an Unterstützung ausgezahlt. Mit der erneuten Ausweitung wird sowohl der Kreis der Anspruchsberechtigten vergrößert als auch die Höhe der möglichen Unterstützung angehoben. Die Hilfe kann unter anderem für Fernwärme- und Heizkosten beantragt werden und soll besonders einkommensschwache Haushalte stabilisieren.
Die kroatische Regierung hat offiziell bestätigt, dass sie die verbleibenden 36 Prozent des Vjesnik-Komplexes übernehmen wird. Nach dem schweren Brand vom 17. November 2025 soll der beschädigte Komplex abgerissen werden. Anschließend ist ein urbanistisch-architektonischer Wettbewerb vorgesehen, um auf dem Areal ein modernes Verwaltungsgebäude zu errichten. Damit sind alle Spekulationen über Wohn- oder Einkaufsflächen endgültig beendet. Branko Bačić (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft), Vizeministerpräsident und Minister für Raumplanung, Bauwesen und staatliches Eigentum, erklärte, dass derzeit nicht bekannt sei, wann die entsprechenden Arbeiten durchgeführt werden sollen. Der Abriss war zwar für Frühling 2026 geplant, musste aber wegen des Einspruchs eines Anbieters im Vergabeprozess auf ungewisse Zeit verschoben werden. Das bekannte Vjesnik-Hochhaus, errichtet in den 1970er-Jahren, war jahrzehntelang Sitz der gleichnamigen Tageszeitung. Nach deren Einstellung 2012 diente das Gebäude unter anderem als Lager und Archiv. Der Komplex erstreckt sich auf rund 35.000 Quadratmeter. Der Staat besitzt derzeit 64 Prozent, der Rest gehört privaten und professionellen Anleger*innen.
Die Gewerkschaft Verdi (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) hat nicht-künstlerische Beschäftigte an Berliner Bühnen zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind unter anderem das Gorki-Theater, die Volksbühne, das Deutsche Theater, das Berliner Ensemble, das Theater an der Parkaue und das Konzerthaus. Nach Angaben von Verdi ist mit dem Ausfall von Vorstellungen zu rechnen . Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder. Verdi fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, sowie bessere Zuschläge und höhere Ausbildungsvergütungen. Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen mahnte angesichts der angespannten Lage im Kulturbereich spürbare Verbesserungen an. Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands), bezeichnete die Forderungen als überzogen.
Berlin plant ein neues Gaststättengesetz, um die Rahmenbedingungen für Gastronomiebetriebe zu verbessern. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands) kündigte an, dass Genehmigungen künftig digital und innerhalb von vier Wochen über eine zentrale Behörde möglich sein sollen. Ziel sei es, Eröffnungen zu beschleunigen und Kosten in der Planungsphase zu senken. Ein zentraler Punkt des Gesetzes betrifft die Außengastronomie mit einheitlichen Regeln für alle Bezirke. Demnach soll es werktags erlaubt sein, Außenbereiche bis 23 Uhr zu nutzen, freitags, samstags und vor Feiertagen sogar bis Mitternacht. Bei Problemen durch Lärm sollen Ausnahmen möglich bleiben. Der Senat will das Gesetz im Februar beschließen. Es soll noch vor der Sommerpause in Kraft treten.
In Berlin steht die mögliche Expo Bewerbung schon länger zur Diskussion, wurde aber bislang oft vom Thema Olympiabewerbung überlagert. Durch die US amerikanische Initiative, mit der Präsident Donald Trump Miami im US-amerikanischen Bundesstaat Florida als Austragungsort für die Expo 2035 ins Rennen gebracht hat, sind neue Stimmen laut geworden, die eine Berliner Bewerbung wieder aktiv fordern. Hierbei handelt es sich vor allem um Wirtschaftsvertreter*innen, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und Bündniss90/Die Grünen. Die Befürworter*innen sehen darin Chancen für Innovation, Infrastruktur und internationale Sichtbarkeit. Der Berliner Senat ist allerdings gespalten. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU – Christlich Demokratische Union Deutschlands) betrachtet die Olympiabewerbung als Berlins höchste Priorität, hat eine formelle Expo Bewerbung abgelehnt und unter seiner Führung offiziell keinen Beschluss gefasst. Alternative Optionen wie eine gemeinsame Bewerbung mit dem Bundesland Brandenburg werden aber gelegentlich als denkbar angesehen. Sollten die Berliner Wahlen im September 2026 zu einem Regierungswechsel führen, könnte eine rot rot grüne Mehrheit die bisher zurückhaltende Haltung überdenken und die Expo-Bewerbung wieder auf die Agenda setzen. Laut den Regularien des Bureau International des Expositions (BIE) können Länder ihre Kandidatur für eine World Expo erst zwischen neun und sechs Jahren vor dem geplanten Start einreichen, für 2035 also frühestens ab etwa Mitte 2026. Formell muss im Übrigen die nationale Regierung die Bewerbung einreichen.
Die Europapolitikerin Marie‑Agnes Strack‑Zimmermann (FDP – Freie Demokratische Partei Deutschlands ) fordert, dass Deutschland seine Goldreserven zurückholt. Als Grund dafür nennt die Politikerin wachsende globale Unsicherheiten und die als unberechenbar bewertete Politik von US‑Präsident Donald Trump. Die Goldreserven sind im Tresor der Federal Reserve in New York gelagert – über 1.230 Tonnen im Wert von etwa 164 Milliarden Euro. Das entspricht 37 Prozent der deutschen Gesamtreserven. Strack‑Zimmermann argumentiert, dass Deutschland zwar rechtlicher Eigentümer ist, aber keine uneingeschränkte physische Kontrolle über das Gold hat. Sie verlangt einen klaren Zeitplan zur Rückführung und eine transparente Risikobewertung durch die Bundesbank und das Finanzministerium sowie eine Bundestagsdebatte über die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes. Auf ihre Forderung reagierten die Bundesbank und die Bundesregierung, indem sie die Sicherheit der Lagerung in den USA betonten und erklärten, es bestehe derzeit kein akuter Handlungsbedarf. Doch Teile der Wirtschaft und einige Politiker*innen – darunter Vertreter*innen der Grünen – begrüßten die Diskussion über eine Rückholung als legitime Debatte zur Stärkung der strategischen Unabhängigkeit Deutschlands.
Der Rettungsdienst der Hauptstadt Prag (ZZS) hat seinen Fuhrpark um ein neues Evakuierungsfahrzeug mit dem Namen EVA erweitert. Das Spezialfahrzeug ist für Einsätze mit einer größeren Anzahl gefährdeter Personen vorgesehen, etwa bei Bränden, Rauchentwicklung, Chemieunfällen, oder Evakuierungen von Pflegeeinrichtungen. EVA dient dabei sowohl der Erstversorgung als auch der vorübergehenden Unterbringung und dem Transport von Patient*innen in Krankenhäuser. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 285.000 Euro. Mit einer Kapazität von, bis zu zwölf sitzenden, oder drei liegenden Patient*innen ermöglicht das Fahrzeug flexible Einsatzszenarien, einschließlich der sicheren Mitnahme von Personen im Rollstuhl. Dank seiner kompakten Abmessungen ist EVA besonders gut für dicht bebaute Stadtteile, Wohnsiedlungen und das historische Zentrum geeignet. Die technische Ausstattung erlaubt medizinische Basisuntersuchungen, sowie Sauerstoff- und Infusionstherapien für mehrere Patient*innen gleichzeitig. Zusätzlich ist der Innenraum klimatisiert, beheizt und für längere Einsätze autark nutzbar.
Ab August 2027 dürfen in Prag nur noch Taxis unterwegs sein, die mindestens die Abgasnorm Euro 6d erfüllen. Die entsprechende Verordnung wurde vom Prager Stadtparlament beschlossen und betrifft Fahrzeuge, die ab dem 1. Jänner 2021 erstmals zugelassen wurden. Hintergrund ist der massive Anstieg der Anzahl von Taxifahrzeugen in der Hauptstadt, die sich innerhalb weniger Jahre von rund 2.000 auf mehr als 16.000 erhöht hat. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Alter der Fahrzeuge deutlich gestiegen, was sich spürbar auf die Emissionen auswirkt. Die ursprünglich geplante zweite Stufe der Regulierung, wonach ab 2030 ausschließlich Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge als Taxis zugelassen werden sollten, fand jedoch keine politische Mehrheit. Vor allem Vertreter*innen der Koalition Spolu (Zusammen), sowie der Opposition äußerten Zweifel an der rechtzeitigen Verfügbarkeit einer ausreichenden Ladeinfrastruktur. Alternative Varianten mit späterem Starttermin, oder einer Einbeziehung von Hybridfahrzeugen scheiterten in der Abstimmung. Die Stadt argumentiert, dass gerade Taxis aufgrund ihrer hohen täglichen Fahrleistung einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Luftbelastung leisten.
Am 22. Jänner 2026 wurde in Krakau der NATO-Innovationsbeschleuniger für Verteidigung "Fort Krakau DIANA" offiziell eröffnet. Die neue Einrichtung soll die Entwicklung moderner Technologien für die Rüstungs- und Sicherheitsindustrie der Bündnisstaaten unterstützen. Zu den Prioritäten zählen die Herstellung von Anti-Drohnen-Systemen, Lösungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen und Technologien auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI). Moderne Lösungen sollen sowohl im Militär als auch in der zivilen Industrie Anwendung finden. Das DIANA-Netzwerk soll die Kompetenzen von Wissenschaftler*innen, Innovator*innen und Start-ups mit dem Verteidigungs- und Militärsektor verbinden und so die Entwicklung von sogenannten "Deep Tech"-Technologien sowie die Kommerzialisierung innovativer Lösungen mit doppeltem Verwendungszweck unterstützen. Es ist das erste Zentrum dieser Art an der Ostflanke der NATO.
Die Slowakische Akademie der Wissenschaften übernimmt derzeit den ersten QDrive-Quantenspeicher des französischen Herstellers Welinq und treibt damit die Modernisierung ihrer Dateninfrastruktur voran. Dieses Schlüsselmodul fungiert als Zwischenspeicher, der sensible Quantenzustände zeitlich synchronisiert und so Informationen ohne Qualitätsverlust bewahrt. Durch die Integration in das nationale skQCI-Netzwerk können verschlüsselte Daten künftig über deutlich größere Distanzen übertragen werden, als es die bisherigen technischen Limits von Glasfaserkabeln erlauben. Der Aufbau solcher Knotenpunkte ebnet zudem den Weg für verteiltes Quantencomputing innerhalb der mitteleuropäischen Forschungslandschaft. Bratislava setzt mit diesem Schritt die Ziele der EU-Initiative EuroQCI um, die ein europaweites, hochsicheres Quantenkommunikationsnetz anstrebt. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Quantentechnologien durchgeführt und fokussiert sich primär auf Anwendungen im Bereich der Cybersicherheit. Für den Technologiestandort Slowakei bedeutet dies den Übergang von einfachen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hin zu komplexen, skalierbaren Netzwerkarchitekturen. Insgesamt unterstreicht diese Entwicklung die Ambition der Region, als relevante Partnerin in der europäischen Hochtechnologieforschung wahrgenommen zu werden.
Budapests Oberbürgermeister Gergely Karácsony (Párbeszéd – Dialog) kündigte die Wiederaufnahme des Grünes Plattenbauprogramm an, das nach sechzehn Jahren erneut gestartet wird, um die energetische Modernisierung von Plattenbauten zu fördern, Heizkosten zu senken und den Wohnkomfort zu erhöhen. Die Förderung ist aktuell im neunten, zehnten und dreizehnten Bezirk Budapests verfügbar, weitere Bezirke sollen sich bald dem Programm anschließen. Es steht ein jährliches Budget von rund 3,4 Millionen Euro zur Verfügung, wovon mindestens 30 Prozent als nicht rückzahlbarer Zuschuss für energetische Maßnahmen gewährt werden. Teilnahmeberechtigt sind Wohnungseigentümer*innen-Gemeinschaften und Wohnungsgenossenschaften von Platten- oder industriell errichteten Gebäuden, wobei die Teilnahme an eine bezirkliche Kooperationsvereinbarung mit der Stadtverwaltung Budapest gebunden ist. Hauptziel des Programms ist die Maximierung der Primärenergieeinsparung, insbesondere durch Wärmedämmung, Fenstertausch und Heizungsmodernisierung. In einer Pilotphase sollen jährlich zehn bis zwölf ausgewählte Gebäude als Testprojekte dienen, um technische, finanzielle und projektmanagementbezogene Erfahrungen zu sammeln, die eine langfristige Modernisierungsstrategie ermöglichen.
Die Deutsche Kinemathek hat pünktlich zur Berlinale ihren neuen Standort im ehemaligen E-Werk in Berlin-Mitte eröffnet. Nach dem Auszug vom Potsdamer Platz dient der denkmalgeschützte Backsteinbau zunächst als Übergangslösung für die kommenden zehn Jahre. Aufgrund der deutlich kleineren Ausstellungsfläche verzichtet die Kinemathek auf ihre frühere Dauerausstellung und setzt stattdessen stärker auf Projektionen und visuelle Präsentationen. Herzstück ist die rund 30-minütige Installation Screentime, die anhand von Filmausschnitten und Setfotografien durch die deutsche Filmgeschichte führt. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops, Vorträge und wechselnde Ausstellungen. Neu ist auch ein eigener Kinosaal, der während der Berlinale für die Retrospektive genutzt wird und künftig regelmäßige Filmvorführungen bieten soll. Ab Mai ist zudem eine Sonderausstellung zum Thema Queer Cinema geplant.
Die slowakische Regierung hat die Nationale Antikorruptionsstrategie für die Jahre 2026 bis 2029 verabschiedet. Sie beruht auf vier Säulen: Kapazitätsaufbau, Bildung und Kommunikation, Steuerung von Korruptionsrisiken, sowie Datensammlung und Monitoring. Ziel ist es, Korruption systematisch zu reduzieren und das Vertrauen der Bürger*innen in staatliche Institutionen zu stärken. Zudem sollen höhere Transparenz und einheitliche Standards in der öffentlichen Verwaltung geschaffen werden. Ein E‑Learning‑Programm für Antikorruptionskoordinator*innen und Angestellte der öffentlichen Verwaltung soll noch im Jahr 2026 implementiert werden.
Zur besseren Bewältigung von Demenz stellt Slowenien insgesamt 2,7 Millionen Euro bereit, davon knapp 1,7 Millionen aus EU-Mitteln. Das Gesundheitsministerium wird Anfang Februar einen öffentlichen Aufruf für Projekte zur Stärkung von Kompetenzen und zur Entwicklung innovativer Ansätze im Umgang mit Demenz veröffentlichen. Gefördert werden Bildungsprogramme, Schulungen sowie Pilotprojekte für Gesundheits-, Sozial- und informelle Pflegekräfte. Hintergrund ist der starke Anstieg von Demenzerkrankungen. In Slowenien leben schätzungsweise über 43.000 Betroffene, wobei die Tendenz in den letzten Jahren gestiegen ist. Ziel der Maßnahmen ist eine bessere Versorgung, weniger Stigmatisierung und eine längere selbstständige Lebensführung von Menschen mit Demenz in ihrem häuslichen Umfeld.
In Ljubljana wurde ein Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz eröffnet. Es soll als zentrale Anlaufstelle für KI-Expertise, Schulungen und Informationen dienen. Mit einer Investition von zehn Millionen Euro soll die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor gestärkt sowie eine sichere, verantwortungsvolle und wettbewerbsfähige Einführung von KI gefördert werden. Das Zentrum ist ein Konsortium unter der Leitung der slowenischen Wirtschaftskammer (GZS). Es unterstützt Unternehmen bei der praktischen Umsetzung von KI, dem Wissensaustausch mit der Wissenschaft, der Zusammenarbeit mit Startups sowie bei politischen und strategischen Fragestellungen. Es baut auf der langen KI-Forschungstradition Sloweniens auf und ergänzt bestehende Initiativen im Bereich digitaler Schlüsseltechnologien.
Das kulturelle LUV-Festival findet heuer vom 8. Februar bis zum 12. März in Ljubljana statt. Die von der städtischen Tourismusagentur organisierte Veranstaltung verbindet kulturelle, künstlerische und kulinarische Inhalte und belebt die Stadt außerhalb der Hauptsaison. Im Mittelpunkt steht eine Open-Air-Galerie mit Kunstinstallationen im öffentlichen Raum. Die Hauptinstallation der slowenischen Künstlerin Nika Erjavec symbolisiert das Erwachen von Stadt und Natur. Das Programm wird durch Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen, Ausstellungen, Workshops und thematische Führungen ergänzt. Zu den Höhepunkten zählen die Ausstellung Art Vital in der Galerie Cukrarna und Wagners Oper Tristan und Isolde.
Die geschäftsführende Regierung Bulgariens hat am 21. Jänner 2026 einen Beschluss zur Erhöhung der Gehälter im öffentlichen Dienst um fünf Prozent gefasst. Damit wird die, im Verlängerungsgesetz zum Staatshaushalt vorgesehene, einmalige Indexierung der Vergütungen, umgesetzt. Die Gehaltserhöhung entspricht der des Nationalen Statistikinstitut gemessenen, kumulierten Jahresinflation. Die Indexierung erfolgt rückwirkend zum 1. Jänner 2026. In der Entscheidung wird festgelegt, dass keine anderen Erhöhungen oder Senkungen der Grundgehälter zulässig seien, außer den im Verlängerungsgesetz vorgesehenen - einer Erhöhung des Mindestlohns und einer einmaligen Indexierung um fünf Prozent für alle anderen Arbeitnehmer*innen.
Für die Ausschreibung zum Kauf von 150 Bussen für das städtische Verkehrsunternehmen GSP Belgrad ist kein einziges Angebot abgegeben worden. In einer Aussendung wirft die Gewerkschaft Zentrum GSP Belgrad der Stadt vor, keine realistische Beschaffungsgrundlage geschaffen zu haben, und verlangt nun eine neue öffentliche Ausschreibung. Dies jedoch mit einer tatsächlich benötigten Fahrzeugzahl und klaren finanziellen Garantien der Stadt. Nach Ansicht der Gewerkschaft trägt die Stadtführung Belgrads die Verantwortung für das Scheitern. Sie habe keine eigenen Mittel für den Buskauf bereitgestellt und stattdessen versucht, die Finanzierung auf die Lieferant*innen abzuwälzen, einschließlich der Verpflichtung, ein Finanzierungsleasing für die Käufer*innen zu organisieren. Doch aufgrund der schlechten Kreditwürdigkeit von GSP, bestehender Zahlungsverzögerungen und einer hohen Gesamtverschuldung seien Finanzinstitute nicht bereit gewesen, eine solche Finanzierung ohne städtische Garantie zu übernehmen. Schon eine frühere Ausschreibung für 300 Busse, die vor rund einem Jahr gestartet wurde, musste mehrfach verschoben werden. Nach dem Bekanntwerden zahlreicher Unregelmäßigkeiten wurde dieses Verfahren schließlich vollständig eingestellt.